Wie Zellen Erfahrungen speichern – und warum der Körper sich an frühere Reize erinnert
Nach den typischen Infektionswellen im Herbst begegnen uns immer wieder Menschen, die selbst Wochen oder Monate nach überstandener Erkrankung nicht zu ihrer früheren Belastbarkeit zurückfinden. Postvirale Fatigue wirft dabei eine faszinierende Frage auf: Warum erholt sich der eine Organismus vollständig, während ein anderer langfristig unter Erschöpfung, eingeschränkter Leistungsfähigkeit und erhöhter Belastungsempfindlichkeit leidet?
Eine mögliche Erklärung könnte in der biologischen Vorgeschichte unserer Zellen liegen. Denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass frühere Belastungen über epigenetische, immunologische und metabolische Veränderungen Spuren hinterlassen können, die unsere zukünftige Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
Besonders interessant ist dabei die sogenannte trainierte angeborene Immunität – ein Forschungsgebiet, das zunehmend auch im Zusammenhang mit ME/CFS diskutiert wird. Ob diese Mechanismen tatsächlich zur Entstehung oder Aufrechterhaltung postviraler Fatigue beitragen, ist bislang nicht geklärt.
In meinem aktuellen Beitrag von Bioenergetic Insights gehe ich der Frage nach, wie zelluläres Gedächtnis entsteht, welche Rolle Mitochondrien und Epigenetik dabei spielen und warum unsere biologische Vorgeschichte möglicherweise mitentscheidet, wie wir auf therapeutische Reize reagieren.
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Marion Massafra-Schneider
Wenn die biologische Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist – welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?
Gerade bei postviraler Fatigue und ME/CFS stellt sich die Frage, wie Veränderungen des Energiestoffwechsels, der mitochondrialen Funktion und der autonomen Regulation zusammenhängen – und welche physiologischen Interventionen unter welchen Voraussetzungen überhaupt sinnvoll sein könnten.
In unserem Online-Modul „Intervallhypoxietraining (IHHT/IHT) bei Chronic Fatigue und Post-COVID“ erläutert Dr. med. Egor Egorov die wissenschaftlichen Grundlagen, mögliche Wirkmechanismen und aktuelle Forschungsansätze rund um Hypoxie-Reize, mitochondriale Regulation und bioenergetische Interventionen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der individuellen Belastbarkeit, der Reizdosierung und den Sicherheitsaspekten bei chronisch erschöpften Menschen. Denn gerade bei ME/CFS kann eine zusätzliche Belastung eine ausgeprägte Symptomverschlechterung auslösen. IHHT ist hierfür bislang keine etablierte, ausreichend klinisch validierte Therapie.
Vertiefen Sie Ihr Wissen über die Möglichkeiten und Grenzen bioenergetischer Interventionen.
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