Ein 5 Stufen Plan für einen bewussten Neubeginn – vielleicht genau jetzt, vielleicht mit 2026?
Es gibt einen Zustand, den ich in meiner Arbeit mit Menschen immer wieder erlebe.
Und zwar bei Menschen aller Altersgruppen, in allen beruflichen Positionen, mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten.
Es ist der Zustand der Selbstsabotage, in dem ein Mensch – oft sehr leise, oft gut versteckt – tief in sich trägt:
„Ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas leiste.“
Oder:
„Ich werde nur gesehen, wenn ich funktioniere.“
„Ich darf erst fühlen, wenn ich vorher gegeben habe.“
„Ich muss stark bleiben, sonst verliere ich jemanden.“
„Ich darf erst Raum einnehmen, wenn ich perfekt bin.“
Viele Menschen – ganz besonders Frauen – tragen diese Überzeugungen wie unsichtbare Ketten.
Nach außen wirken sie klar, warm, stark, einfühlsam.
Aber innerlich kämpfen sie. Kämpfen um Anerkennung. Kämpfen um Verbindung.
Kämpfen darum, „richtig“ zu sein. Kämpfen darum, sich selbst nicht zu verlieren.
Es ist ein stiller Kampf. Ein Kampf, den kaum jemand ausspricht.
Doch dieser Kampf prägt Beziehungen, Entscheidungen, Nähe, Partnerschaften, Selbstwert – das ganze Leben.
Und genau deshalb ist das Jahresende so ein kraftvoller Punkt.
Es ist nicht nur das Ende von zwölf Monaten. Es ist das Ende eines Zyklus. Ein natürlicher Übergang zwischen dem, was war, und dem, was kommen darf.
Eine Schwelle, an der die Frage laut wird: Was davon gehört noch zu mir – und was kann ich zurück lassen, hinter mir, im alten Jahr in meiner Vergangenheit?
Heute darf ein alter Zyklus enden:
Ein Zyklus der Unzulänglichkeit.
Der Zyklus des Funktionierens.
Der Zyklus des „Ich muss leisten, um geliebt zu werden“.
Der Zyklus der Selbstverkleinerung.
Und ein neuer Zyklus darf beginnen:
„Ich bin liebenswert und genug – einfach für mein Sein.“
Woher diese Muster kommen – und warum sie kein Schicksal sind
Diese inneren Überzeugungen sind kein „Charakter“, keine Persönlichkeitseigenschaft und kein fest zementiertes „So bin ich eben“.
Es sind Programme, ganz physisch betrachtet, neuronale Netze, die über regelmäßige Aktivierung zu Verhaltensmustern geführt haben, Autopiloten, die aus der Kindheit stammen und damals hilfreich waren, um Erfahrungen zu verarbeiten und sich emotional zu schützen.
Vielleicht wurde Liebe an Leistungen gebunden.
Vielleicht war ein Elternteil überfordert.
Vielleicht wurde Anpassung gelobt und Bedürftigkeit ignoriert.
Vielleicht war Rückzug sicherer als Echtheit.
Vielleicht wurde dir früh vermittelt, dass du die Starke sein musst – immer.
Ein Kind versteht das nicht bewusst.
Aber das Nervensystem speichert es.
Und irgendwann wird daraus ein innerer Satz:
„Ich darf nicht einfach sein. Ich muss etwas dafür tun.“
Der Kopf vergisst solche Sätze irgendwann. Der Körper nie.
Im Gehirn entstehen Verbindungen zwischen Nervenzellen überall dort, wo sie häufig gemeinsam aktiv sind. Man kann sich das vorstellen wie einen Weg durch eine Wiese:
Geht man einmal darüber, bleibt kaum eine Spur zurück.
Geht man immer wieder denselben Weg, entsteht ein Trampelpfad.
Wird dieser Pfad über Jahre genutzt, wird er befestigt, verbreitert – und irgendwann zu einer richtigen Straße.
Mit der Zeit kann daraus sogar eine mehrspurige Autobahn werden.
Genauso entstehen im Gehirn innere Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Je öfter ein bestimmtes Erleben, ein Gedanke oder eine emotionale Reaktion wiederholt wird, desto mehr wird genau dieser Weg im Nervensystem ausgebaut und gefestigt.
Das Gehirn tut das nicht aus Dummheit oder Bequemlichkeit.
Es tut es, um Energie zu sparen.
Unser Gehirn ist ein Hochleistungsorgan mit enormem Energieverbrauch. Alles, was oft gebraucht wird, versucht es zu automatisieren. Gut ausgebaute innere „Straßen“ ermöglichen schnelle, zuverlässige Reaktionen mit minimalem Energieaufwand.
Ein anschauliches Beispiel ist das Laufenlernen:
Am Anfang ist jeder Schritt bewusst, unsicher und anstrengend.
Irgendwann denken wir nicht mehr darüber nach, wie wir einen Fuß vor den anderen setzen.
Wir gehen, während wir reden, planen oder träumen – manchmal sogar im Halbschlaf.
Das Programm läuft automatisch.
Solche Programme sind unverzichtbar. Ohne sie müssten wir jeden Handgriff, jede Bewegung und jede Entscheidung ständig neu durchdenken. Ein funktionierender Alltag wäre kaum möglich.
Viele dieser inneren Programme werden jedoch sehr früh angelegt – oft in der Kindheit – unter Bedingungen, die längst vorbei sind.
Und vor allem unter Bedingungen, die wir heute, mit unserem heutigen Wissen, unserer Lebenserfahrung, unserem Intellekt und unserem gewachsenen Selbstbewusstsein, ganz anders wahrnehmen würden.
Was sich damals bedrohlich, überfordernd oder existenziell angefühlt hat, wäre aus heutiger Sicht häufig handhabbar, erklärbar oder deutlich weniger gefährlich.
Doch das Gehirn aktualisiert diese Programme nicht automatisch. Es greift weiterhin auf die alten, gut ausgebauten Straßen zurück – einfach, weil sie vorhanden und effizient sind.
So werden aktuelle Situationen unbewusst durch die Brille vergangener Erfahrungen bewertet.
Nicht, weil wir uns etwas einbilden oder „zu sensibel“ sind, sondern weil das Gehirn auf Muster zurückgreift, die unter ganz anderen Voraussetzungen entstanden sind.
Auch wiederholtes Erinnern, Grübeln oder inneres Durchleben wirkt wie ständiger Verkehr:
Jedes Mal wird dieselbe Straße weiter verdichtet, verbreitert und stabilisiert – selbst dann, wenn sie uns heute eher schadet als schützt.
Auf diese Weise entstehen Programme, die nicht mehr hilfreich sind.
Manche bremsen uns aus, halten uns klein oder führen immer wieder in dieselben inneren Sackgassen.
Sie wirken wie Selbstsabotage – nicht aus Bosheit, sondern aus Gewohnheit.
Wir erleben meist nur das Ergebnis:
bestimmte Gefühle, automatische Reaktionen, bekannte Konflikte.
Dass wir jedes Mal dieselbe innere Route genommen haben, bleibt uns oft verborgen.
Und genau hier liegt die Hoffnung:
Das Gehirn ist veränderbar.
Neuroplastisch.
Formbar – ein Leben lang.
Eine Autobahn verschwindet nicht von heute auf morgen.
Aber sie muss nicht für immer die Hauptverbindung bleiben.
Wird sie seltener genutzt, verliert sie allmählich an Dominanz.
Gleichzeitig können neue Wege entstehen – anfangs schmal, ungewohnt und langsamer.
Doch mit jeder neuen Erfahrung, jeder bewussten Entscheidung und jeder anderen inneren Reaktion werden auch diese Wege breiter, stabiler und vertrauter.
Programme sind notwendig.
Aber nicht jedes Programm ist noch zeitgemäß.
Alte Muster können sich lösen.
Neue können entstehen.
Ein inneres Programm wird nicht gelöscht – sondern Schritt für Schritt durch ein hilfreicheres überschrieben.
Und genau das tun wir jetzt – Schritt für Schritt.
Die 5-Stufen-Methode zur Auflösung des alten Musters
STUFE 1 – Den Körper öffnen, Sicherheit aktivieren
Das wichtigste Fundament jeder Veränderung ist ein sicheres Nervensystem.
Unsicherheit erzeugt Enge. Sicherheit erzeugt Weite.
Eine der schnellsten Übungen dafür ist die 20-Sekunden-Brustanker-Übung:
Hebe deine Brust ganz minimal – nur 1–2 Millimeter. Atme ein. Beim Ausatmen lass die Schultern sinken. Spüre die Weite im Brustkorb. Nimm wahr: Hier bin ich.
Diese kleine Bewegung macht einen riesigen Unterschied.
Sie signalisiert deinem System:
„Ich bin sicher. Ich darf Raum haben.“
Viele spüren sofort Erleichterung, Weite, Ruhe.
STUFE 2 – Den inneren Raum fühlen, Emotion regulieren
Schließe kurz die Augen.
Stell dir vor, dass sich IN DIR ein Raum öffnet.
Nicht nach außen – nach innen.
Ein Raum, der warm ist. Ruhig. Atmend. Dein Raum.
Sag dann innerlich:
„In mir ist Raum. Und in diesem Raum bin ich sicher.“
Viele Menschen berichten, dass allein dieser Satz etwas löst:
Druck sinkt, Herzschlag beruhigt sich, Atem wird weicher.
Weil der Körper zum ersten Mal seit langer Zeit hört:
„Ich muss mich nicht anstrengen, um existieren zu dürfen.“
STUFE 3 – Der neue Identitätssatz
Jetzt kommt der Kern. Der Satz, der das alte Programm überschreibt.
Sprich – leise oder laut:
„Ich bin liebenswert und genug – einfach für mein Sein.“
oder finde einen ähnlichen Satz, der sich für dich richtig und gut anfühlt. Sätze wie:
Ich bin genug. Ich bin liebenswert. Ich bin gut so, wie ich bin.
Lass den Satz nicht im Kopf hängen.
Lass den Satz in deinen Körper sinken. In den Bauch. In den Brustraum.
In die Schultern. In dein Herz.
Oder eine meiner Lieblingstechniken: Nimm diesen Satz bei der Einatmung in deinen Herzraum und fühle, wie sich diese Wahrheit beim langsamen Ausatmen von deinem Herzensraum in deinen gesamten Körper ausbreitet. Verbleibe in dieser Technik für mindestens 6 tiefe Atemzüge.
Das ist der Moment, in dem das alte Muster beginnt, seinen Halt zu verlieren.
Viele spüren hier: Weite, Wärme, inneren Frieden, ein inneres Aufatmen und manchmal kommen auch die Tränen. Alles ist gut und ein zeichen dafür, dass gerade eine alte emotionale „Blockade“ aufgelöst wurde.
Dein Körper spürt eine Wahrheit, die lange unterdrückt war. Oft reichen diese 3 Schritte bereits aus, um sich innerlich zum ersten Mal aus einem lange dagewesenen unterdrückten „Ausnahme-Zustand“ zu befreien und ein altes unbewusstes damit Stressmuster aufzulösen.
Oft berichten meinen Klienten von einem gelösten freien Gefühl im Herzensraum, im Bereich des Solar Plexus. Manchmal folgt diesem befreienden Gefühl dann aber auch eine Verschiebung der „Beklemmung“ hinauf in den Halsbereich.
STUFE 4 – Die Kehle befreien, Wahrheit erlauben
Wenn sich ein Kloß im Hals zeigt, ist das ein Zeichen dafür,
dass dein System etwas lösen will, das lange zurückgehalten wurde.
Die Kehle ist das Zentrum von: Wahrheit, Ausdruck, „Ich darf sagen, was ich fühle“
Der sogenannte „Kloß im Hals“ ist zumiest dann spürbar, wenn man die eigenen Wünsche, Worte, den eigenen „Ausdruck“ zu oft unterdrücken musste im Leben.
Um den „Pfropf“ zu lösen:
Lege zwei Finger seitlich an deinen Hals. Atme weich.
Und sprich zu dir selbst:
„Meine Stimme hat Raum.“
„Mein Ausdruck ist willkommen.“
Sehr oft löst sich in wenigen Sekunden spürbar etwas.
Der Atem wird leichter. Der Hals wird frei.
Das ist alte Angst, die geht.
STUFE 5 – Integration: Der neue Grundzustand
Kombiniere jetzt alles:
das leichte Öffnen der Brust
den inneren Raum
den Satz „Ich bin liebenswert und genug“ oder deinen ganz persönlichen Satz
die Entspannung in der Kehle
Spüre, wie sich dein innerer Zustand verändert.
Jetzt sag:
„Ich bin genug, um mich selbst zu halten.“ oder wähle auch hier eine Variante die sich stimmiger anfühlt.
Dieser Satz macht dich klar, ruhig, unabhängig und zugleich weich.
Er verankert Selbstwert nicht im Kopf, sondern im Körper.
Er definiert dich neu – nicht als Funktion, sondern als Wesen.
Das ist der Moment, in dem Nähe leicht wird,
Bindung sicher wird,
und das Leben sich weniger nach Kampf und mehr nach Sein anfühlt.
Ein neuer innerer Zyklus beginnt
Wenn du diese 5 Schritte durchläufst, beginnt dein System zu verstehen:
Du musst dich nicht mehr anstrengen.
Du musst dich nicht mehr beweisen.
Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nicht leisten, um geliebt zu werden.
Du bist liebenswert.
Du bist genug.
Du bist würdig.
Für dein Sein – nicht für deine Leistung.
Damit endet ein alter Zyklus.
Und ein neuer beginnt.
Ein Zyklus von:
Selbstannahme
Weichheit
Klarheit
Verbundenheit
innerem Frieden
und echter emotionaler Freiheit.
Du gehst als jemand Neues in das neue Jahr:
als jemand, der innerlich angekommen ist.
Gedanken zum Schluss
Wenn du diese Zeilen bis hierher gelesen hast, dann hast du bereits den wichtigsten Schritt getan:
du hast dich selbst wahrgenommen.
Vielleicht zum ersten Mal seit Langem.
Vielleicht auf eine neue, weichere, ehrlichere Weise.
Und genau darum geht es.
Nicht darum, jemand anderes zu werden.
Nicht darum, stärker, besser oder „perfekter“ aufzutreten.
Sondern darum, wieder zu dir zurückzufinden.
Zu dem Teil in dir, der schon immer wusste:
„Ich bin gut so, wie ich bin.“
Wenn du dieses Gefühl mit in das neue Jahr nimmst –
dieses kleine Leuchten, diese Weite, diese Ruhe in deinem Herzen –
dann hast du bereits gewonnen.
Weil du dich selbst mitnimmst.
Dich ganz.
Dich wahr.
Dich ohne Maske, ohne Rolle, ohne Bedingung.
Und ich wünsche dir von Herzen, dass das neue Jahr ein Raum für dich wird:
Ein Raum, in dem du weich sein darfst.
Ein Raum, in dem du gesehen wirst.
Ein Raum, in dem du dich zeigen kannst.
Ein Raum, der dich hält – so wie du bist.
Mögest du dir selbst die größte Begegnung werden,
und möge genau daraus alles entstehen, was zu dir gehört.
Von Mir zu Dir, von Herz zu Herz:
Danke, dass du hier bist.
Danke, dass du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast.
Mehr erfahren und tiefer in die Arbeit mit dir selbst einsteigen?
In meinen HeartMath® Coachings und Teachings begleite ich Einzelpersonen und Gruppen dabei,
diese innere Beziehung wieder aufzubauen.
Nicht theoretisch, sondern erfahrbar.
Nicht als weiteres Selbstoptimierungsprogramm,
sondern als Rückkehr zu innerer Stabilität, Klarheit und Herzintelligenz.
Ob im persönlichen Coaching, in Gruppen oder in Organisationen –
es geht immer um dasselbe:
Menschen wieder in Kontakt mit sich selbst zu bringen.
Dort, wo echte Veränderung beginnt.
Wenn dich dieser Ansatz anspricht und du spürst,
dass es Zeit ist, deiner inneren Orientierung wieder mehr Raum zu geben,
findest du auf meiner Website weitere Informationen zu meinen Angeboten
für Einzelpersonen und Gruppen.
👉www.humanchangeconcepts.academy
Ich freue mich auf unseren Kontakt.
Ich wünsche dir ein neues Jahr 2026 voller Frieden,
voller Wärme,
voller leiser Wunder
und voller Momente, in denen du spürst: „Ich bin liebenswert und genug – einfach für mein Sein.“
Marion Massafra-Schneider
Ob Fragen oder Kommentare, schreibe mir gern: marion@massafra-schneider.de


